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# Abnehmspritze absetzen: Was passiert mit Gewicht und Appetit?

Nach dem Behandlungsende stieg das Gewicht in Studien im Mittel deutlich an. Was STEP-1 und SURMOUNT-4 tatsächlich untersucht haben, warum zurückkehrender Appetit kein Disziplinproblem ist und was zu einem vorbereiteten Erhaltungsplan gehört.

Von Redaktion·21\. August 2026·6 Min. Lesezeit

Die Frage nach dem Danach stellt sich fast jeder, der eine medikamentöse Gewichtsreduktion beginnt oder darüber nachdenkt. Sie ist berechtigt, denn es gibt inzwischen Studien, die den Verlauf nach dem Behandlungsende gezielt untersucht haben. Dieser Artikel erklärt, was dabei beobachtet wurde, wie es sich erklären lässt und was daraus für die Behandlungsplanung folgt.

**Das Wichtigste in Kürze**

- Nach Beendigung der Behandlung nahm das Gewicht in Studien im Mittel wieder deutlich zu. In der Verlängerung der STEP-1-Studie waren es innerhalb eines Jahres etwa zwei Drittel des zuvor verlorenen Gewichts, nachdem sowohl das Arzneimittel als auch das Lebensstilprogramm beendet worden waren.
- Im Mittel lagen die Teilnehmenden am Ende dieser Verlängerung dennoch unter ihrem Ausgangsgewicht. „Alles wieder drauf" gibt die Datenlage nicht wieder.
- Diese Ergebnisse beschreiben Gruppenmittelwerte, keine individuelle Vorhersage. Die Verläufe einzelner Teilnehmender unterschieden sich erheblich.
- Ob, wann und wie eine Behandlung beendet wird, gehört in die ärztliche Betreuung und sollte nicht eigenmächtig entschieden werden.

## Kann das Gewicht nach dem Absetzen wieder steigen?

Ja, und das ist der Regelfall, nicht die Ausnahme. In kontrollierten Untersuchungen stieg das Gewicht nach Beendigung der Behandlung im Mittel deutlich an, während es unter fortgeführter Behandlung besser gehalten wurde.

Der Grund liegt in der Wirkweise. Diese Arzneimittel verstärken körpereigene Signale für Sättigung und dämpfen den Appetit. Sobald der Wirkstoff nicht mehr zugeführt wird, entfällt diese Verstärkung. Fachlich wird zusätzlich angenommen, dass der Körper nach einem Gewichtsverlust mit Anpassungen reagiert, die ein erneutes Zunehmen begünstigen. Das gilt auch nach Gewichtsabnahmen ohne Arzneimittel und ist keine Besonderheit dieser Wirkstoffe.

## Was STEP-1 und SURMOUNT-4 tatsächlich untersucht haben

In der Verlängerung der STEP-1-Studie wurde beobachtet, wie sich das Gewicht entwickelte, nachdem die Behandlung mit einem GLP-1-Rezeptoragonisten und das begleitende Lebensstilprogramm beendet worden waren. Innerhalb eines Jahres nahmen die Teilnehmenden im Mittel etwa zwei Drittel des zuvor verlorenen Gewichts wieder zu. Konkret standen einer Abnahme von rund 17 Prozent über 68 Wochen anschließend rund 12 Prozentpunkte Wiederzunahme gegenüber. Im Mittel lagen die Teilnehmenden damit weiterhin etwa 6 Prozent unter ihrem Ausgangsgewicht. Auch Verbesserungen bei kardiometabolischen Werten bildeten sich weitgehend zurück.

Zur Einordnung gehört, dass diese Verlängerung nur einen ausgewählten Teil der ursprünglichen Studienteilnehmenden umfasste, gut 300 Personen aus einem Teil der Zentren, und dass die Auswertungen als orientierend angelegt waren. Eine Gruppe, die die Behandlung fortsetzte, gab es hier nicht.

SURMOUNT-4 war anders aufgebaut. Rund 670 Teilnehmende erhielten zunächst über 36 Wochen offen einen Wirkstoff, der am GLP-1- und am GIP-Rezeptor ansetzt. Danach wurde ein Teil für 52 Wochen auf Placebo umgestellt, während der andere Teil die Behandlung fortsetzte. In der Placebogruppe stieg das Gewicht in diesem Zeitraum im Mittel um rund 14 Prozent, in der Fortführungsgruppe nahm es im Mittel um weitere gut 5 Prozent ab. Dieser Aufbau ist aussagekräftig, weil beide Gruppen zuvor dieselbe Behandlung erhalten hatten und sich nur in der Fortführung unterschieden.

Wichtig für die Einordnung: Beide Studien beschreiben Mittelwerte. Innerhalb der Gruppen gab es Teilnehmende, die kaum zunahmen, und andere, bei denen die Zunahme stärker ausfiel. Aussagen wie „Wer aufhört, nimmt alles wieder zu" geben die Datenlage falsch wieder.

## Warum erneuter Appetit kein persönliches Versagen ist

Das ist der Punkt, der in der öffentlichen Diskussion am häufigsten schiefgeht. Wenn Hunger und Appetit nach dem Absetzen zurückkehren, wird das oft als mangelnde Disziplin gedeutet, von außen und häufig auch von den Betroffenen selbst.

Tatsächlich liegt es näher, darin eine biologische Regelmäßigkeit zu sehen. Die Appetitregulation ist ein hormonell gesteuertes System. Es geht also nicht darum, dass jemand die Kontrolle verliert, sondern darum, dass ein Arzneimittel, das in dieses System eingreift, nach dem Absetzen eben nicht mehr eingreift. Wie stark sich das im Erleben zeigt, ist bislang weniger genau untersucht als die Gewichtsverläufe.

Diese Einordnung ist nicht nur eine Frage der Fairness. Sie ist praktisch relevant, weil Selbstvorwürfe es erschweren können, die Situation in der Praxis anzusprechen. Wenn du merkst, dass dich das Thema Essen stark belastet, gehört auch das dorthin.

## Welche Faktoren bei der Entscheidung über ein Behandlungsende zählen

Adipositas wird medizinisch als chronische Erkrankung verstanden. Daraus folgt nicht, dass ein bestimmtes Arzneimittel zwingend dauerhaft eingenommen werden müsste. Es folgt aber, dass ein Behandlungsende eine medizinische Entscheidung ist und keine Frage des Zeitpunkts, an dem ein Wunschgewicht erreicht scheint.

In diese Entscheidung fließen mehrere Dinge ein: der bisherige Verlauf und die erreichten Veränderungen, die Verträglichkeit, bestehende Begleiterkrankungen und wie sie auf die Behandlung reagiert haben, dein Alltag und wie stabil die Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten inzwischen sind, sowie praktische Aspekte wie Kosten oder eine geplante Schwangerschaft.

Manchmal ist ein Behandlungsende auch medizinisch geboten, etwa bei Nebenwirkungen oder wenn die erhoffte Wirkung ausbleibt. Entscheidend ist in allen Fällen, dass die Entscheidung gemeinsam mit der behandelnden Praxis getroffen wird. Wer eigenmächtig absetzt, verliert nicht nur die Beobachtung des Gewichtsverlaufs. Auch Blutdruck, Blutzucker und andere Werte können sich verändern, und bei bestehenden Begleiterkrankungen kann das eine Anpassung der übrigen Behandlung nötig machen.

## Was zu einem Erhaltungsplan gehört

Wenn eine Behandlung beendet werden soll, ist der Übergang der eigentlich kritische Teil. Sinnvoll ist es, ihn vorzubereiten, statt ihn eintreten zu lassen.

Dazu gehört, dass Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten nicht erst nach dem Absetzen aufgebaut werden, sondern während der Behandlung entstehen. Dazu gehört ebenso der Blick auf die Muskelmasse, weil bei jeder deutlichen Gewichtsabnahme auch fettfreie Masse verloren geht. Ausreichende Eiweißzufuhr und Krafttraining gelten deshalb als sinnvolle Begleitung, auch wenn belastbare Studien speziell für diese Wirkstoffklasse bislang fehlen.

Und dazu gehören vereinbarte Kontrolltermine nach dem Behandlungsende. Sie ermöglichen, eine Entwicklung früh zu bemerken und darüber zu sprechen, statt erst nach Monaten wieder Kontakt aufzunehmen. Welche Strategie im Einzelfall passt, hängt von Verlauf, Begleiterkrankungen und Lebenssituation ab und lässt sich nur in der ärztlichen Betreuung klären. [Ärzte mit Abnehm-Sprechstunde in deiner Nähe finden](https://lokalmed.de/de/search?treatment=weight%5Fmanagement)

## Häufige Fragen

### Muss man die Behandlung ausschleichen?

Ob und wie schrittweise beendet wird, entscheidet die behandelnde Praxis anhand des Verlaufs. Ein allgemein gültiges Schema, das sich aus einem Ratgeber ableiten ließe, gibt es nicht. Sprich das Thema an, bevor du etwas veränderst.

### Nimmt wirklich jeder wieder zu?

Nein. Die Studien beschreiben Mittelwerte, und die individuellen Verläufe unterschieden sich deutlich. Im Durchschnitt war die Wiederzunahme aber erheblich, weshalb es unrealistisch wäre, sie als Ausnahmefall zu betrachten.

### Kann man das Gewicht auch ohne Medikamente halten?

Das ist möglich, gelingt nach den vorliegenden Daten im Mittel aber schlechter als unter fortgeführter Behandlung. Günstig wirken sich stabile Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten, erhaltene Muskelmasse und eine fortlaufende ärztliche Begleitung aus.

## Einordnung

Die Frage nach dem Absetzen ist kein Nachgedanke, sondern gehört an den Anfang der Behandlungsplanung. Wer von vornherein weiß, dass die Zeit nach der Therapie der schwierigere Teil ist, geht anders an die Behandlung heran als jemand, der eine kurze Kur erwartet.

Für diese Planung und für die Betreuung im Verlauf ist eine Praxis mit entsprechender Sprechstunde der richtige Ansprechpartner. [Ärzte mit Abnehm-Sprechstunde nach Region ansehen](https://lokalmed.de/de/search?treatment=weight%5Fmanagement)

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

## Passende Schwerpunkte

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